UN CUENTO
UN CUENTO

Es war einmal vor einer langen Zeit. Die Ära von Mittelerde ging zu Ende. Die Menschen bevölkerten nun die Welt, wo vorher Zauberer, Elfen und Zwerge lebten. Aber es gab sie noch, die Zauberer, Zwerge und vor allem die Elfen. Sie lebten immer noch in Lothlórien, wie auch schon in der Altvorzeit. Doch sie lebten abgeschieden von den Menschen. Nur wenige suchten den Kontakt zu den Normalsterblichen. Und wenn, dann auch nur sehr selten.

Das Dorf, dass sich am Rand einer der größten Waldgebiete des Kontinents befand, war bevölkert mit Menschen aller Altersstufen, die an manchen Tagen wie die Ameisen in den Gassen und auf dem Marktplatz herum eilten und an anderen in ihren kleinen Hütten blieben. Besonders an den regnerischen Tagen.

Eines Tages kam ein kleiner Junge in das Dorf. Er kam aus dem Norden und er kam alleine. Er hatte ein wenig Geld und einen Brief für seine Tante mit. Der Junge, er hieß Sascha, zog bei der Tante ein, die in liebevoll aufnahm. Er wuchs in dem Dorf auf, in dem er jetzt lebte, ging dort zur Schule und verlor nach und nach den Bezug zu seiner alten Heimat. Er hatte Freunde gefunden und war bei vielen Dorfbewohnern bekannt und beliebt.

Jede Woche war in dem Dorf Markt auf dem großen Marktplatz. Saschas Tante verkaufte dort Blumen, die sie selbst in einem kleinen Garten hinter dem Haus züchtete. Auch Sascha half beim Verkauf mit und bekam so den ersten Kontakt zu den Einheimischen. Später lief er dann über den Marktplatz um sich alle Stände anzuschauen und hier und da auch etwas für seine Tante einzukaufen. Er war zu allen freundlich und immer hilfsbereit, egal welcher Nationalität oder sozialem Stand die einzelnen Personen zugehörig waren. So verwunderte es auch nicht, dass er nach einigen Monaten im ganzen Dorf beliebt war.

Er half jetzt auch bei anderen Ständen den Verkauf und die Lieferung mit zu organisieren. Als zum Beispiel die Kartoffelfrau krank wurde, übernahm er ihren Stand vollständig, so dass die Frau durch ihre Krankheit, in der sie ihrer Arbeit nicht nachgehen konnte, nicht in Armut fiel. Das Geld, das er durch seine Hilfe bei den anderen Ständen verdiente kam seiner Tante gut gelegen, weil sie durch den Blumenverkauf alleine nicht zwei Personen ernähren konnte. Er selbst brauchte sehr wenig Geld, denn das meiste seiner Kleidung waren abgetragene Hosen und Pullover vom anderen Dorfbewohner denen sie nicht mehr passten oder nicht mehr gefielen.

Eines Tages sah er auf dem Markt ein blondes Mädchen, die er noch nie zuvor gesehen hat. Sie trug ein weißes Kleid, das im Sonnenlicht so stark leuchtete, dass es ihn blendete. In einem einfachen aus grünen Blättern gewebten Weidenkorb sammelte sie ihren Einkauf. Sie ging von Stand zu Stand und strahlte die Menschen so an, dass auf deren Lippen noch ein Lächeln zu sehen war, wenn sie schon lange weitergegangen war. Dann war der Moment gekommen, dass sie in bemerkte und in die Augen sah. Was er in diesem Augenblick spürte und fühlte konnte er nicht beschreiben. Er war fasziniert von ihr. Spät in der Nacht, in der er lange nicht einschlafen konnte, versucht er seine Gefühle zu beschreiben. Er hatte noch nie zuvor in seinem Leben ein so schönes Mädchen gesehen. Aber es war nicht nur das. Eine Aura umgab sie, die so strahlte, dass man sich nicht in ihre Nähe wagte und doch von ihr angezogen wurde wie eine Motte vom Licht.

Er musste lange warten, bis sie wieder ins Dorf kam. Doch an einem sonnigen Samstagvormittag war sie wieder da. Er blieb immer in ihrer Nähe. In einigem Abstand natürlich. Sie merkte es trotzdem und lächelte ihm hin und wieder zu. Dann verließ sie den Marktplatz in Richtung Dorfgrenze und bewegte sich auf den nahe gelegenen Wald zu. Er versuchte ihr weiter zu folgen um nicht wieder so lange auf ihren Anblick verzichten zu müssen. Sie kehrte in den Wald ein, ihm einen letzten Blick zuwerfend und verschwand zwischen den Bäumen. So viel er auch umherstreifte und sie suchte, er fand den Weg nicht den sie gegangen war.

... to be continued


Der Text wurde über viele Jahre hinweg immer erweitert.
Er ist einer Freundin meiner Schwester gewidmet,
die ich mittlerweile aus den Augen verloren habe.
Die Geschichte ist, wie jeder merkt, an Herr der Ringe angelehnt,
Natürlich Jahrzehnte bevor er als Film im Kino kam.


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